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Exquisite Zuckerzange aus massivem Silber (1. Standard), fein vergoldet. Der Korpus ist mit einem kräftigen Band verziert, die Zange selbst ist oval (olivenförmig). Am Ende befindet sich das Monogramm PLB in englischer Schrift.
Punzen
• Alter Mann (1. Standard)
• Pariser Garantie
• Herstellermarke: PNB und drei Schwalben für Pierre-Noël BLAQUIÈRE (eingetragen 1803)
Maße
• Länge: 13,7 cm
• Breite: 1,9 cm
• Öffnung: 3,1 cm
Nettogewicht: 46 Gramm
Zustandsbericht
Sehr guter Zustand mit wenigen, altersbedingten, feinen Kratzern. Die Vergoldung ist unbeschädigt, es sind keine Dellen, Verformungen oder Restaurierungen festzustellen.
Der hervorragende Erhaltungszustand dieser Zuckerzange, deren schlichtes Design nur von der Qualität ihrer Verarbeitung, ihrem stattlichen Gewicht und dem exzellenten Zustand der originalen Vergoldung übertroffen wird, macht sie zu einem wunderschönen Sammlerstück und zugleich zu einem eleganten Tischschmuck.
Angesichts der Arbeit von Pierre-Noël Blaquière, einem Spezialisten für Reisekofferbeschläge, liegt die Vermutung nahe, dass dieses Stück einen der luxuriösen Reisekoffer des Goldschmieds zierte.
PIERRE-NOËL BLAQUIÈRE
Paris, um 1781 – 5. Juli 1849
Pierre-Noël Blaquière war Goldschmied und Möbelhersteller und betrieb sein Geschäft in der Rue Saint-Honoré 174. Er spezialisierte sich auf Reisekoffer und Beschläge und belieferte eine exklusive Kundschaft mit hochwertigen Luxusartikeln. Ab Mai 1811 arbeitete Blaquière für die Manufaktur Sèvres und fertigte Griffe und Beschläge für verschiedene Porzellanstücke. Er fertigte auch die vergoldeten Silberfassungen für die Hochzeitskassette des Herzogs von Berry an und lieferte Stücke an den Goldschmied Odiot.
Zwischen 1818 und 1822 erhielt er von der Manufaktur Sèvres den Auftrag, eine besondere Technik anzuwenden: das Fassen von Kristallkameen – hergestellt nach einem von Chevalier Boudon de Saint-Amand entwickelten Verfahren – oder Cabochons aus geschliffenen Edelsteinen in Porzellan. Diese Technik wurde vermutlich erstmals bei einem Becher angewendet, den König Ludwig XVIII. 1818 anlässlich der Geburt von Marie-Amélie von Bourbon-Sizilien überreichte. Zu dieser Zeit ließ er sich in der Rue Saint-Honoré 123 im Hôtel d’Aligre nieder.
Ein Service, bekannt als das „Wasserglas“, ist im Louvre erhalten und zeugt von seinem einzigartigen Können als Edelsteinfasser sowie vom unglaublichen Luxus seiner Aufträge. Mit dieser Dienstleistung schuf er das einzige bekannte Beispiel für die Einbettung geschliffener Halbedelsteine in Kristall, gefasst in ein vergoldetes Silberband mit gekörnter Oberfläche, inspiriert von edlem Schmuck.
Er entwarf oder lieferte Stücke für zahlreiche Reisekoffer, deren wenige erhaltene Exemplare ihren hohen Stellenwert belegen: der Reisekoffer von Hortense de Maire, der Reisekoffer von Amy Brown, das Toilettenset der Gräfin Branicka, das Reiseset von Charles Stuart, 1. Baron Stuart of Rothesay, der Reisereisekoffer von Josephine-Ludmille d’Otrante, Tochter des Herzogs von Otrante, und der Familie Württemberg.
1. OSENAT Paris, Autographen & Manuskripte, Skulpturen, Dosen, Miniaturen und Siegel, Los 208: General Caulaincourt, Großstallmeister des Kaisers, Großer Offiziersreisekoffer, 1798–1809. Schätzwert. 6.000 € – 8.000 €, Ergebnis: 13.000 €.
2. Ein Verfahren zum Einbetten von Glaspaste in Kristall zur Herstellung von Kameen. Siehe hierzu das Vasenpaar, bekannt als „Therikleische“ Vasen im Nationalen Keramikmuseum von Sèvres.
3. In der Eremitage, Sankt Petersburg.
4. In der Sammlung der Fondation Napoléon.
5. Fragonard Parfümmuseum, Paris.
6. Schloss Wilanów, Warschau.
7. LEMPERTZ Köln – Die außergewöhnliche Sammlung Bernard De Leye, 15. Juli 2021, Los 218: Ein vergoldetes Reisewaschbecken-Set aus Silber, angefertigt für Charles Stuart, 1. Baron Stuart de Rothesay. Schätzpreis: 15.000 € – 20.000 €, Ergebnis: 18.750 €.
8 BEAUSSANT-LEFEBVRE Paris – Zeichnungen, Drucke und Gemälde, Erinnerungsstücke an Kaiser Napoleon III., Kaiserin Eugénie, den Prinzen Imperial und die Kaiserliche Familie sowie Erinnerungsstücke an General de Gaulle, Los 154: Katharina von Württemberg, Milchkännchen aus geschliffenem Kristall, die Fassung aus 950er Vermeil, graviert mit dem Monogramm „C“ und einer darüberliegenden Kaiserkrone. Schätzpreis: 150–200 €, Zuschlag: 220 €.
MUSEEN UND KULTUREINRICHTUNGEN
• LOUVRE, Paris – Wasserglasservice, Kristall, Silber, Opale, Amethyste und Aquamarine von Pierre-Noël Blaquière. Paris, um 1820. Inv.-Nr. OA 11272 bis 11276.
• Louvre, Paris – Flasche, vergoldetes Silber, rotes Leder und Glas von Pierre-Noël Blaquière. Paris, ca. 1819–1837. Provenienz: ehemals Sammlung Louis-Victor Puiforcat.
• Schloss Chamerolles, Chilleurs-aux-Bois – Reiseservice für Damen, Ahornmaserholz, Messing, Samt, Leder, Seide, Vermeil, Ebenholz, Perlmutt, Kristall, Stahl und Porzellan von Pierre-Noël Blaquière und Pierre Leplain. Paris, erstes Viertel des 19. Jahrhunderts.
• Metropolitan Museum, New York (USA) – Frühstücksservice, Porzellan, vergoldetes Silber, Griffe Pierre-Noël Blaquière zugeschrieben. Paris, 1813. Geschenk von Nap.
Ref: 2AKZIFIQ42