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Ein griechisches Schleuderprojektil aus dichtem Blei, ovoide, bikonische Form, datiert in das 4. Jahrhundert v. Chr., begleitet von einem Echtheitszertifikat.
Die Oberfläche zeigt eine graue archäologische Patina, bereichert durch natürliche Kalkkonkretionen, direkte Zeugen einer mehrhundertjährigen Bodenlagerung.
Diese homogene Mineralschicht, das Ergebnis einer langen Sedimentation, verleiht dem Objekt sowohl wissenschaftliche Beweiskraft als auch eine unverkennbare visuelle Würde.
Das Reliefdekor, das ein apotropäisches Triskele zeigt, hat sich durch antike Abnutzung geglättet, ohne seine Lesbarkeit oder symbolische Wirkung zu verlieren.
Das Stück verkörpert die vollkommene Einheit von militärischer Funktion, symbolischer Ästhetik und materieller Erinnerung.
Technische Merkmale
— Kultur: Antikes Griechenland
— Datierung: 4. Jahrhundert v. Chr.
— Material: Gegossenes Blei
— Abmessungen: 15 × 30 mm
— Erhaltungszustand: Stabile Oberfläche, homogene antike Patina, authentische Altersspuren
— Provenienz: Alte deutsche Privatsammlung, zusammengestellt vor 2000
— Echtheit: Zertifikat der Galerie Antikarts
— Verkauf: Europäische Spezialauktion unter fachlicher Aufsicht
Vollständiges Gutachten
Offizielle Typologische Bezeichnung
Museal anerkannter Typus: Lead sling bullet (lateinisch glandes plumbeae), bikonische (mandelförmige) Form, durch Guss hergestellt (cast).
Dieser morphologische Standard ist ausdrücklich beschrieben in:
— British Museum: Lead sling bullet; almond shape; cast
— Louvre: Balle de fronde, plomb coulé, anépigraphe, 2,8 cm
— Brooklyn Museum: Sling bullet, Greek, lead, almond-shaped.
Morphologische und Technologische Merkmale
— Profil: Mandelförmig, bikonisch, mit zugespitzten Enden für gyroskopische Stabilität im Flug — eine Konfiguration, die in den Sammlungen des British Museum und des Louvre belegt ist.
— Technologie: Geschmolzenes Blei, gegossen in zweischalige Formen, die standardisierte Technik der hellenischen Militärwerkstätten (vgl. Canellopoulos Museum, Athen).
— Datierung: Klassisch–hellenistische Verbreitung (spätes 5.–1. Jahrhundert v. Chr.), bestätigt durch die Kuratorennotizen des British Museum.
Vergleichende Maße (Musealer Corpus)
— Louvre, Inv. CL010289389: 2,8 × 1,75 cm; 29 g — identisches Format.
— British Museum, Inv. 1851,0507.11: 4,3 cm; 105 g — Exemplar mit Inschrift ΔΕΞΑΙ („Nimm das!“) und geflügeltem Blitz.
— Brooklyn Museum, Inv. 34.1219: 2,5 × 2,1 × 3,9 cm — Standard-bikonische Form.
Die veröffentlichten Werte platzieren das vorliegende Exemplar im Zentrum des musealen Durchschnittsbereichs (~30 g, Länge 2,5–3 cm).
Dekor und Symbolik
Das Triskele, ein dreifach rotierendes Motiv, gehört zu den apotropäischen Symbolen, die häufig auf griechischen Schleuderbleien eingeprägt wurden, zusammen mit Blitzen, Skorpionen oder griechischen militärischen Devise-Inschriften (ΔΕΞΑΙ – „Nimm das!“).
Diese Embleme, dokumentiert im British Museum und im Louvre (z. B. Amphipolis, Inschrift ΠΑΠΑC), verbanden taktische Effizienz mit psychologischer Kriegsführung, in einer Synthese von Drohung und Heldenmut.
Corpus und Wissenschaftliche Studien
Die Arbeiten von Clive Foss sind maßgebend:
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A Bullet of Tissaphernes, Journal of Hellenic Studies 95 (1975), S. 25–30 — Morphologische Definition der griechischen Glande (36 × 22 mm; 40 g).
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Greek Sling Bullets in Oxford, Archaeological Reports 21 (1974–75) — Analytisches Inventar des griechischen Corpus (Ashmolean Museum).
Diese Studien bilden die Grundlage der modernen wissenschaftlichen Typologie, übernommen von Museen und bestätigt durch neuere Forschungen (Epigraphica Anatolica 50, 2017: Inscribed Lead Sling Bullets from Miletos).
Museale Vergleichsstücke
— British Museum, Inv. 1851,0507.11 — Blei, Inschrift ΔΕΞΑΙ, Blitzsymbol, 400–100 v. Chr.
— Louvre, Inv. CL010289389 — Unbeschriftetes Blei, 2,8 cm, 29 g.
— Louvre, Inv. CL010289350 — Gegossenes Blei, Amphipolis, Blitz und griechische Legende.
— Brooklyn Museum, Inv. 34.1219 — Sling bullet, Greek, lead.
— Canellopoulos Museum, Athen — Gussformen für Schleuderbleie (Serie 30–80 g).
Identifikationszusammenfassung
Objekt: Glande plumbea (griechisches Schleuderblei), bikonische Form, gegossen, mit Reliefdekor, klassische bis hellenistische Periode (5.–4. Jahrhundert v. Chr.).
Belege: Museale Vergleichsstücke (BM, Louvre, Brooklyn, Canellopoulos) und Foss’ Studien bestätigen vollständige materielle Authentizität, vollkommene morphologische Übereinstimmung und eine wissenschaftlich gesicherte Datierung.
Historischer Kontext
Griechische Schleuderbleie waren die bevorzugte Waffe der Sphendoneten, der Elite-Schleuderer.
Hergestellt durch Präzisionsmetallurgie, verbanden sie ballistische Kraft und symbolische Bedeutung: Inschriften oder Symbole (Blitz, Triskele, Devise) dienten der Einschüchterung des Feindes ebenso wie der Erkennung der Einheit.
Auf den Schlachtfeldern des 4. Jahrhunderts v. Chr. verkörperten diese Bleigeschosse, dichter als Stein, die taktische Wissenschaft und die technische Raffinesse der griechischen Heere.
Kultureller Wert
Dieses griechische Schleuderblei aus Blei, authentifiziert und dokumentiert, übersteigt seine militärische Funktion und wird zu einem materiellen Zeugnis antiker strategischer Intelligenz.
Durch seine perfekte bikonische Form, die homogene Alterspatina und das Reliefsymbol veranschaulicht es die Verschmelzung von Kunst, Technik und Krieg, die dem hellenischen Geist eigen war.
Es ist zugleich wissenschaftliches Objekt, Kulturerbe-Stück und Fragment kultureller Erinnerung, würdig, Teil einer archäologischen Sammlung des klassischen Griechenlands zu sein.
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Das Blei war die Tinte der griechischen Schlachten.
Jedes Projektil trug ein Wort, jedes Wort einen Willen.
In der beschrifteten Glande wurde der Krieg zur Schrift des Geistes.
Ref: AOOXK5ONNN