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Rollenbügel – Akan-Kunst (vermutlich Baoulé / Elfenbeinküste)
Bemaltes Holz, Pflanzenfasern
Maße: L 17 cm – B 7 cm – T 2 cm
Gewicht: 70 g
Geschätzte Datierung: Ende des 19. – Anfang des 20. Jahrhunderts
Kultureller Ursprung: Akan / Baoulé, Elfenbeinküste
Kleiner Rollenbügel aus Hartholz, patiniert durch lange Nutzung, mit einem geometrischen, anthropomorphen Kopf in Form einer abgeflachten Raute. Der Korpus besteht aus zwei geraden Streben mit jeweils einer runden Öffnung an ihrem Ende zur Aufnahme der Rollenachse.
Die Mitte ist sorgfältig mit alten Pflanzenfasern (vermutlich Baumwolle oder Bast) umwickelt, die dicht und rituell verknotet sind, was auf einen tatsächlichen, nicht dekorativen Gebrauch hindeutet. Das Objekt entspricht dem Typ der von den Akan, insbesondere den Baoulé, verwendeten Rollenbügel zum Aufhängen vertikaler Webstühle.
Die Akan-Weber schrieben den auf den Rollen geschnitzten Figuren eine apotropäische Funktion zu: Sie sollten den Handwerker schützen, Harmonie fördern und einen reibungslosen Webvorgang gewährleisten.
Typische Merkmale einer Baoulé-Rolle sind hier zu finden:
Kopf in Form einer rautenförmigen Masse – eine relativ alte Stilisierung.
Körper aus parallelen, durch Reibung abgenutzten Streben.
Achsenlöcher an den Enden.
Eine alte, feine, dunkelbraune Patina, die auf ein gebrauchtes Stück hinweist.
Authentische, alte, nicht dekorative Bindungen und Schnüre, die vom Weber während des Gebrauchs oft ersetzt wurden.
Ein Gebrauchsgegenstand, nicht für den Tourismus bestimmt.
Mehrere Merkmale bestätigen seine funktionelle Authentizität:
Regelmäßige Abnutzung des Holzes an den Kontaktstellen;
Leichte Aushöhlungen an den Innenseiten;
Alter Abrieb um die Achsenlöcher;
Faserablagerungen, die für eine echte Rolle typisch sind.
Dieser Steigbügeltyp hielt ein kleines Holzrad und war in den Spannmechanismus des Webstuhls integriert.
Das anthropomorphe Motiv ist nicht dekorativ, sondern hatte folgende Bedeutung:
Schutz des Webers,
Sicherung des Wohlstands,
Wahrung des Familienfriedens,
Verhinderung von Fadenbrüchen.
Erhaltungszustand
Das Objekt weist authentische Gebrauchsspuren auf:
Eine stabile, satte und alte Patina;
Kontinuierliche Abriebspuren;
Oberflächliche Altersrisse;
Alte, teilweise ausgefranste Fasern;
Intaktes, nicht wurmstichiges Holz.
Es sind keine modernen Restaurierungsspuren erkennbar.
Vergleich mit anderen Museen
Sehr ähnliche Stücke befinden sich in folgenden Museen:
Musée du Quai Branly – Jacques Chirac, Paris: Rollen mit Baule-Figur, ständige Sammlung.
Metropolitan Museum of Art, New York: Baule-Webkammrollen (Inv.-Nr. 1978.412.425).
Brooklyn Museum, New York: Litzenrolle mit anthropomorpher Figur.
National Museum of African Art (Smithsonian), Washington.
Sammlungen & Verkäufe
Sotheby’s Paris, Litzenrollen der Akan/Baule, Verkäufe 2012, 2015, 2019.
Sammlung Raoul Lehuard (Publikationsvermerk siehe unten).
Bibliografische Angaben
Grundlegende Literatur zu Litzenrollen der Akan/Baule:
Vogel, Susan. Baule: African Art, Western Eyes. Yale University Press, 1997.
Falgayrettes-Leveau, Christiane. Métier d'Hommes – Tissus d’Afrique noire. Musée Dapper, 1993.
Lehuard, Raoul. Art Akan. Arnouville, 1980.
Garrard, T. F. Akan Weights and the Gold Trade. Routledge, 1980.
Monni, M. Les Poullies de Métier Baoulé. In: Arts d’Afrique Noire, Sonderausgabe, 1988.
Ein sehr fein gearbeiteter Baoulé-Seilzugbügel, alt und deutlich in Gebrauch, zeugt von der symbolischen Bedeutung von Webstühlen in der Akan-Gesellschaft. Seine tiefe Patina, die rituellen Verzierungen und die archaische Schlichtheit des Kopfes machen ihn zu einem ethnografischen Objekt von hohem dokumentarischem Wert, das sich hervorragend für Ihr Werkverzeichnis eignet.
Ref: EXT18G1PZ7