Diese Beschreibung wurde übersetzt. Klicken Sie hier, um das Original zu sehen
Bedeutende Schokoladenkanne aus der Zeit Ludwigs XV. aus massivem Silber 1. Feingehalt.
Sie hat eine Balusterform und ruht auf einem dreifüßigen Sockel mit profilierten Klammern. Der Ausguss, der mit seinem originalen, prächtig profilierten Scharnier versehen ist, weist im unteren Bereich ein reichhaltiges Dekor aus Muscheln und Voluten auf einem zart ziselierten Amati-Hintergrund auf, das in einer Granate mit abgeschrägter Spitze endet.
Der profilierte Deckel, der von kreisförmigen Rillen unterstrichen wird, lässt sich über einen bemerkenswerten, mit Voluten verzierten Daumenhebel öffnen. Sein Scharnier ist mit einem eleganten, eingeklemmten Wappenschild verziert. Er wird von einem abnehmbaren Deckelknopf gekrönt, der aus einem antik anmutenden, becherförmigen Knopf besteht, der auf einer profilierten Terrasse ruht, deren Erhebungen das Licht subtil einfangen.
Die Dose besitzt noch ihren seitlichen, balusterförmigen Griff aus gedrechseltem Nussbaumholz.
Markierungen des Generalpächters Eloy Brichard.
Punzierungen (Deckel und Boden):
Goldschmiedemeister: J G V, gekrönte Lilie, 2 Heilmittelkörner, ein Herz, für Jean-Guillaume VÉALLE.
Amtszeichen: Gekröntes „A“, für Paris zwischen 1756 und 1762.
Garantie: Gekröntes „S“, Jurande / Maison commune für Paris 1758.
Entlastungszeichen: Muschel, für Paris zwischen 1756 und 1762 (kleine Silberarbeiten).
Leier: Kontrolle alter Edelmetallarbeiten 1780–1789.
Maße:
Höhe: 28 cm.
Breite: 25 cm.
Tiefe: 15,4 cm.
Nettogewicht: 1.055 Gramm.
Jean-Guillaume VÉALLE wurde 1754 in Paris als Meister anerkannt. Das Datum, an dem er seine Tätigkeit einstellte, ist nicht bekannt, doch finden sich Werke von ihm bis in die Jahre 1761–1762.
Werke von VÉALLE befinden sich heute in bedeutenden Institutionen wie dem Metropolitan Museum of Art in New York, im Musée des beaux-arts du Canada oder im Petit Palais in Paris sowie in renommierten Privatsammlungen, insbesondere in denen von Anton und Marianne DREESMANN.
Vergleichbare Modelle, wenn auch in bescheideneren Abmessungen, befinden sich in den Sammlungen des Louvre[1] sowie im Metropolitan Museum of Art in New York[2].
[1] MUSÉE DU LOUVRE, Paris – Schokoladenkännchen, Paris 1772–1773. Inv. OAR 336.
[2] METROPOLITAN MUSEUM, New York – Schokoladenkännchen, Paris 1781. Inv. 28.156.
Zustandsbericht: Hervorragender Erhaltungszustand.
Im 18. Jahrhundert gehörte Schokolade zu den luxuriösesten Getränken an der Tafel des Adels. Sie wurde von LUDWIG XV. sehr geschätzt, der sie täglich genoss, und entwickelte sich zu einem echten Symbol für Raffinesse und Lebensart.
Das Schokoladenservice taucht daher in der Genremalerei und in den raffiniertesten Interieurszenen des Jahrhunderts auf, insbesondere bei PIETRO LONGHI in „Le Chocolat du matin“, bei Jean-Baptiste CHARPENTIER in „La Famille du duc de Penthièvre“ oder auch bei François BOUCHER in „Le Déjeuner“, einer berühmten Komposition, die im Louvre aufbewahrt wird und eine Schokoladenkanne zeigt, die dem vorliegenden Modell sehr ähnlich ist.
Durch ihre besonders großzügigen Abmessungen, die Qualität ihrer Ziselierung und die Eleganz ihres Designs verkörpert diese Schokoladenkanne die Pariser Luxusproduktion unter der Herrschaft von LOUIS XV. Ein Goldschmiedewerk von höchster Qualität, das zugleich selten, spektakulär und historisch bezeichnend für die Lebenskunst des 18. Jahrhunderts ist.
MUSEEN, ÖFFENTLICHE EINRICHTUNGEN UND DENKMALGESCHÜTZTE OBJEKTE
METROPOLITAN MUSEUM, New York, Kerzenlöscher und Tablett, Silber, Paris, 1758–59. Inv. 48.187.59, .60. Ehemalige Sammlung Catherine D. Wentworth.
MUSÉE DES BEAUX-ARTS DU CANADA, Ottawa, Kaffeekanne der Familie Baby, Silber und Holz, Paris, 1755–56. Inv. 49018.
PETIT PALAIS, MUSÉE DES BEAUX-ARTS DE LA VILLE DE PARIS, Paris, Becher, Silber, Paris 1761–1762
LITERATURVERZEICHNIS
BIMBENET-PRIVAT, Michèle: Goldschmiedekunst der Renaissance und der Neuzeit im 16., 17. und 18. Jahrhundert. Die Sammlung des Musée du Louvre, Faton, Louvre éditions, 2022.
HERDA-MOUSSEAUX Rose-Marie, RAMBOURG Patrick, SÉRET Guillaume, Tee, Kaffee oder Schokolade? Der Aufschwung exotischer Getränke im 18. Jahrhundert, Paris Musées, 2015.
AUSSTELLUNGEN
„Ils donnent: 10 Jahre Schenkungen“, Paris, Musée des Arts décoratifs, 20. März bis 13. Juli 1979.
Tee, Kaffee oder Schokolade? Der Aufschwung exotischer Getränke im 18. Jahrhundert, Paris, Musée Cognacq-Jay, 27. Mai bis 27. September 2025.
Ref: WELHQLFC2G