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Figürlicher Kamm mit Griff – Luba aus Haut-Katanga oder Kasai
Ethnische Gruppe: Luba (oder verwandte Region, Songye/Lulua)
Region: Südosten der Demokratischen Republik Kongo
Geschätzte Datierung: Erste Hälfte des 20. Jahrhunderts
Material: Hartholz mit natürlicher brauner Patina
Maße: H. 17 cm × B. 6 cm × T. ca. 1,5 cm
Gewicht: 45 g
Provenienz: Ehemalige Privatsammlung, Haute-Vienne (Frankreich)
Ein repräsentativer Kamm oder Damenschmuck, geschnitzt aus einem einzigen Block dichten Holzes, mit fünf spitz zulaufenden, gleichmäßigen Zinken.
Der obere Teil bildet ein rechteckiges Feld, verziert mit einem strahlenförmigen geometrischen Muster aus Rauten und parallelen Linien, vermutlich inspiriert von der Sonne oder dem Kosmos.
Auf dem oberen Teil befindet sich ein stilisierter Kopf mit dreieckigem Gesicht, hoher Stirn, ausgeprägten Augenbrauenwülsten, gerader Nase und kurzem Mund. Feine Narben zieren die Wangen.
Am Hinterkopf ist die Frisur reliefartig in Form eines Kamms oder eines erhabenen Zopfes dargestellt, typisch für weibliche Luba-Statuen.
Eine dünne, uralte Kordel, die um den Hals verläuft, scheint ethnografischen Ursprungs zu sein (möglicherweise ein Amulett oder eine Aufhängespur).
Das geometrische Gesicht, die präzisen Ritzungen und die ausgewogene Komposition verbinden dieses Werk mit der Luba-Tradition von Haut-Katanga und Kasai, wo Kämme zur Aussteuer einer Frau gehörten.
Diese Objekte, oft als Hochzeitsgeschenke überreicht oder von Mutter zu Tochter vererbt, symbolisieren Fruchtbarkeit, Schönheit und die schützende Kraft der weiblichen Ahnin.
Das zentrale Sonnenmotiv evoziert die Ausbreitung der Lebensenergie (Musendo) und die Kontinuität der Abstammungslinie. Stilistisch lässt sich dieser Kamm mit Exemplaren aus folgenden Sammlungen vergleichen:
den Luba-Sammlungen des Musée du quai Branly – Jacques Chirac (Inv.-Nr. 73.1972.3.41 und 71.1936.34.47)
und dem Königlichen Museum für Zentralafrika, Tervuren (Inv.-Nr. EO.0.0.42784, Luba, Katanga, frühes 20. Jahrhundert).
Zustand
Ausgezeichneter Gesamtzustand.
Tolles Holz, stabile Oberfläche, keine sichtbaren Restaurierungen.
Gleichmäßige Patina, warmbraun, altersbedingt leicht glänzend. Geringfügige, altersbedingte Abnutzung an den Zinkenspitzen. Leichter, stabilisierter Riss an der oberen Unterseite. Sehr gute Stabilität und gleichmäßige Patina.
Vergleichbare Museumsstücke
Musée du quai Branly – Jacques Chirac, Paris, Inv.-Nr. 73.1972.3.41 und 71.1936.34.47 73.1972.3.41 – Luba-Kamm, weiblicher Kopf, gravierte Verzierung.
Königliches Museum für Zentralafrika, Tervuren, Inv. EO.0.0.42784 – Luba-Kamm, Katanga.
Metropolitan Museum of Art, New York, Inv. 1999.123.12 – Kamm mit anthropomorphem Gesicht, Region Mittlerer Kongo.
Dapper Museum, Haare und Schmuck Afrikas, Kat.-Nr. NEIN. 44, 2002.
Referenzbibliographie
Kornett, Joseph. Königliche Luba-Kunst. Tervuren: MRAC, 1972, S. 183–185.
Neyt, François. Luba: An den Quellen des Zaire. Paris: Dapper, 1994, Kat.-Nr. 121–124.
Roberts, Allen F. & Roberts, Mary Nooter. Erinnerung: Luba-Kunst und die Entstehung von Geschichte. Museum für Afrikanische Kunst, New York, 1996.
Perrois, Louis. Kunst Gabuns und Zaires. Arthaud, 1979.
Ezra, Kate. Haare in afrikanischer Kunst und Kultur. Museum für Afrikanische Kunst, New York, 2000.
Stilistische Vergleiche
Luba-Kämme zeichnen sich aus durch:
einen stilisierten Frauenkopf (Symbol der Ahnen und Fruchtbarkeit),
ein zentrales Feld mit strahlenförmig angeordneten geometrischen Figuren,
strenge Symmetrie und eine sorgfältige Ausführung.
Dieses Exemplar veranschaulicht eindrucksvoll die Meisterschaft der Luba-Bildhauer. Die Detailgenauigkeit (Gravur, Politur, Proportionen) vermittelt ein ästhetisches und spirituelles Ideal.
Dies ist ein alter, alltäglicher Kamm, kein königliches Meisterwerk oder Monumentalstück. Das geometrische Design ist sehr schön, das stilisierte Gesicht harmonisch, doch die Schnitzerei ist schlicht und detailarm.
Die Provenienz ist korrekt (französische Privatsammlung), jedoch ohne historische Dokumentation (kein Galerieetikett, kein Kolonialinventar, keine Publikation).
→ Es handelt sich daher um ein authentisches Objekt von hoher ethnografischer Qualität, jedoch nicht um ein bedeutendes Museumsstück.
Zum Vergleich:
Drouot, Binoche & Giquello, Auktionen 2023–2024:
Vergleichbare Luba- oder Songye-Kämme (H. 15–20 cm): 150 € bis 280 € inklusive Gebühren.
Lempertz Köln, 2022, Los 236: Luba-Kamm mit geometrischem Kopf, 18 cm – verkauft für 220 €.
Zemanek-Münster, Würzburg, 2021: Schlichter Luba-Kamm, braune Patina, 200 €.
Ref: 2R67ANP5Y1