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Vergoldete und silberfarbene Skulptur einer sitzenden Bulldogge mit Sulfidaugen. Am Sockel signiert mit „Franjou“, einem Pseudonym von Hippolyte Moreau (1832–1926), siehe Beschreibung unten. Spuren von Oxidation und Alterung des Metalls.
Um 1920.
Maße: H 11,5 x B 10 x T 6,5 cm
Hippolyte Moreau (1832–1926), bekannt als „Franjou“, wurde am 1. April 1832 in Dijon geboren und gehörte einer der bedeutendsten französischen Bildhauerdynastien des 19. Jahrhunderts an. Als Sohn des Bildhauers Jean-Baptiste-Louis-Joseph Moreau und Bruder von Mathurin und Auguste Moreau erhielt er seine erste Ausbildung in der Werkstatt seines Vaters, bevor er sein Studium in Paris bei François Jouffroy an der École des Beaux-Arts fortsetzte. Ab 1863 stellte Hippolyte Moreau regelmäßig im Salon des Artistes Français aus, wo er dekorative Skulpturen präsentierte. Sein Werk zeichnet sich durch seine raffinierte Eleganz, die feine Modellierung und sein beständiges Interesse an weiblichen Figuren, Kindern, Allegorien und Genreszenen aus. Er gewann eine Medaille auf der Weltausstellung 1878 und eine weitere Auszeichnung auf der Weltausstellung 1900 und festigte damit eine von seinen Zeitgenossen anerkannte Karriere.
Wie viele Bildhauer der Belle Époque schuf auch Hippolyte Moreau eine bedeutende Anzahl von Kunstwerken in limitierter Auflage. Seine Bronzen, Zinkguss-Skulpturen, Zinnarbeiten, Vasen, Schmuckschalen, Brieföffner und Dekorationsgegenstände wurden von großen Pariser Gießereien vertrieben und erfreuten sich großer Beliebtheit bei einem bürgerlichen Publikum, das nach erschwinglichen Kunstobjekten suchte. Diese Produktion trug maßgeblich dazu bei, seinen Stil weit über akademische Kreise hinaus bekannt zu machen.
Ein diskreterer Aspekt seines Schaffens ist mit dem Pseudonym „Franjou“ verbunden, unter dem er einige seiner Dekorationsgegenstände signierte, insbesondere Objekte im Stil des Jugendstils und des aufkommenden Art déco, wie etwa Kühlerfiguren, Tintenfässer, Briefbeschwerer und Tierskulpturen. Die Wahl dieses Pseudonyms ermöglichte es dem Künstler offenbar, diese Dekorationsgegenstände von seinen offiziell im Salon ausgestellten Werken abzugrenzen und gleichzeitig einen zu Beginn des 20. Jahrhunderts rasch wachsenden Markt zu bedienen. Die unter dem Pseudonym „Franjou“ entstandenen Werke belegen seine Fähigkeit, sich an den sich wandelnden Geschmack und neue Märkte im Bereich der dekorativen Kunst anzupassen.
Ref: 85YUGHJLSS