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Koloniale Fotografien - Belgisch-Kongo
Kampagne gegen die Wasserhyazinthe auf dem Kongo-Fluss.
Fotograf
H. Goldstein
Agentur / Verbreitung
Inforcongo
(offizielles Informations- und Propagandaorgan von Belgisch-Kongo)
Datum
1941
Ort
Oberkongo - Abschnitt des Kongoflusses zwischen Bumba und Stanleyville.
(heute Kisangani)
Technik
Original-Silberabzug aus der Zeit auf Fotopapier.
Format
18 × 24 cm
Archivvermerk auf der Rückseite (Zusammenfassung)
In Belgisch-Kongo - Die Kampagne gegen die Wasserhyazinthe
Zweisprachiger erläuternder Text (Französisch / Niederländisch), der die Invasion der Wasserhyazinthe, ihre Auswirkungen auf Schifffahrt, Fischerei, Bewässerung und Malaria sowie die Organisation einer motorisierten Flussmission durch die Kolonialregierung beschreibt, die mit der systematischen Ausrottung der Wasserhyazinthe beauftragt wurde.
Foto: H. Goldstein - Identifikation: Oberer Fluss zwischen Bumba und Stanleyville - Nr. 61.410/41 - Inforcongo.
Visuelle Beschreibung
Das Foto zeigt einen Abschnitt des Kongoflusses, der buchstäblich von der Wasserhyazinthe überwuchert ist. Sie bildet eine dichte und kontinuierliche Pflanzenmasse, die die Fahrrinne fast vollständig blockiert.
In der Mitte des Bildes ist ein leichtes motorisiertes Boot zu sehen, das mit der Beseitigung beschäftigt ist, wobei Wasser und abgerissene Pflanzen sichtbar umherspritzen. Die Schärfentiefe verdeutlicht das Ausmaß des Phänomens: Die Wasserpflanzen erstrecken sich über die gesamte Breite des Rahmens, wodurch der Eindruck entsteht, dass der Fluss erstickt.
Der horizontale, sehr weite Bildausschnitt verleiht dem Bild eine fast panoramische Dimension und unterstreicht den technisch-administrativen Kampf des Menschen gegen eine natürliche Unordnung, die als gesundheitliche und wirtschaftliche Bedrohung wahrgenommen wird.
Historischer Hintergrund
Die versehentlich aus Südamerika eingeschleppte Wasserhyazinthe (Eichhornia crassipes) wurde in den 1930er und 1940er Jahren zu einem großen Problem im Belgisch-Kongo.
Die Kolonialbehörden erkannten schnell ihre Auswirkungen:
Behinderung der Flussschifffahrt,
Verringerung des Sauerstoffgehalts des Wassers,
Störung der Fischerei,
Verstopfung der Be- und Entwässerungskanäle,
Verschlimmerung der Ausbreitung von Malaria.
Das Foto dokumentiert eine offizielle Ausrottungskampagne, bei der mechanische, chemische (Herbizide) und menschliche Mittel eingesetzt wurden und die von Inforcongo zu Informationszwecken und zur Legitimierung der kolonialen Aktion weit verbreitet wurde.
Kritische Analyse
Dieser Druck ist auf mehreren Ebenen von großem Interesse:
Historisch: präzise Illustration einer kolonialen Umweltpolitik, die selten in diesem Umfang visuell dokumentiert wurde.
Technisch und industriell: Inszenierung des Fortschritts, der Motorisierung und der Beherrschung des Territoriums.
Ideologisch: Das Bild trägt zur Erzählung eines organisierenden, schützenden und rationalisierenden Kolonialstaats angesichts einer als feindlich dargestellten Umwelt bei.
Dokumentarisch: Beschreibende, nicht folklorisierende Fotografie, die von ethnografischen Porträts weit entfernt ist und die Serie um eine Umwelt- und Gesundheitsthematik bereichert.
Sie stellt einen wesentlichen Kontrapunkt zur vorherigen Fotografie (PCB-1930-01) dar, indem sie die Serie vom ethnografischen Feld der Menschen auf das der kolonialen Verwaltung von Territorien und natürlichen Ressourcen ausweitet.
Erhaltungszustand
Leicht gewellter Abzug (entspricht der früheren Lagerung).
Homogene Patina
Text auf der Rückseite gut lesbar
Keine sichtbaren Risse oder Restaurierungen
Gesamtzustand: gut bis sehr gut für eine Auflage von 1941
Ref: V6VG7N834U