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Nils Forsberg (Riseberga, Schweden, 1842 - Helsingborg, 1934)
Kirmes,Straßenszene in Versailles 1882
Öl auf Leinwand
26,8 x 36 cm
37 x 44 cm mit seinem Rahmen.
Situiert "Versailles", signiert und datiert "N. Forsberg 1882" unten rechts
Nils Forsberg wurde in Riseberga, einem kleinen Dorf in der schwedischen Provinz Schonen, geboren. Er wuchs in einer Bauernfamilie auf und arbeitete zunächst als Landarbeiter. Als Jugendlicher absolvierte er eine Lehre als Maler in Göteborg, die ihm den Weg zu einem künstlerischeren Beruf wies. 1867 reiste Forsberg mit einem staatlichen Stipendium, das er durch eine während seiner Ausbildung geschaffene Skulptur der Minerva erhalten hatte, nach Paris, wo er in das Atelier von Léon Bonnat an der École des Beaux-Arts eintrat. Neben einer soliden zeichnerischen Begabung erwarb er bei Borsberg auch schnell die von den spanischen Meistern geerbte stoffliche Malerei. Als Forsberg 1870 während der Belagerung von Paris in der Hauptstadt festsitzt, beschließt er, sich als Sanitäter zu melden. Diese Erfahrung in der Nähe eines besonders blutigen Ereignisses nährte seine Malerei nachhaltig, die später wie die seines Lehrers einen dramatischen und barocken Charakter annahm, so dass der Kritiker Richard Muther Forsberg 1896 als den "schwedischen Bonnat"[1] bezeichnete. Ab 1872 stellte er regelmäßig im Salon aus und wurde 1888 mit einer Medaille erster Klasse für Das Ende eines Helden (Kat.-Nr. 1014) geehrt, einem historischen Gemälde, das vom französisch-preussischen Krieg inspiriert wurde und heute im Nationalmuseum in Stockholm aufbewahrt wird. Im darauffolgenden Jahr gewann das Gemälde eine Silbermedaille auf der Weltausstellung, was die offizielle und kritische Anerkennung des Künstlers als Historienmaler untermauerte. Gemeinsam mit Akseli Gallen-Kallela bekräftigte Forsberg seinen skandinavischen Patriotismus und begeisterte auf dem Salon von 1897 mit der großformatigen Komposition Gustav Adolf, König von Schweden, der seine Armee am 6. November 1632 in Lutzen unter dem Kommando von Wallenstein vor dem Feind ermahnt (Kat.-Nr. 659). Dieses symbolträchtige Werk wurde auf der Weltausstellung 1900 in der schwedischen Sektion erneut gezeigt (Kat. Nr. 30) und gelangte anschließend in die Sammlungen des Museums von Göteborg. Als einer der bedeutendsten Künstler seines Landes kehrte er 1904 nach Helsingborg zurück, wo er sich aktiv an der Reform der akademischen Ausbildung beteiligte und eine Karriere als Porträtmaler und Dekorateur verfolgte.1882 datiert, gehört unser kleines Ölgemälde zu den intimeren, modernen Teilen von Nils Forsbergs Werk. Es zeigt eine nächtliche Kermesse in Versailles, ein Thema, das weit von seinen großen historischen Kompositionen entfernt ist, und vermittelt eine sensible, schnell skizzierte Vision des städtischen Lebens, das reich an Bewegung und hellem Dunkel ist. Zwischen den großen schwarzen Bäumen des Platzes laufen die dunklen Silhouetten der Passanten, die sich um die beleuchteten Läden drängen. Der wolkenverhangene Nachthimmel, der von einem teilweise verhüllten Mond belebt wird, steht im Kontrast zu dem hell erleuchteten, warmen Band der Jahrmarktszelte im unteren Teil des Platzes und verleiht dieser malerischen Szene einen dekorativen und theatralischen Effekt. Mit einer begrenzten Palette und einem vibrierenden Pinselstrich gelingt es dem Maler, die Bewegung der Menschenmenge, die auf einige Schattenrisse reduziert ist, die an den elektrischen Lichtern des Festes vorbeiziehen, einzufangen. Obwohl es sich um ein kleines Werk handelt, zeigt es die einzigartige Art und Weise, wie Forsberg den dokumentarischen Realismus seiner Alltagsbeobachtung mit einer gewissen Poesie verbindet, die ihm eigen ist. [1] Muther, R., The History of Modern Painting, London, Henry and Company, 1896, S. 355.
Ref: BAHTA1PDKF