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Elena Recco (Neapel, 1654–1700) Zugeschrieben
Zwei Stillleben mit Fischen
Öl auf Leinwand, 72 x 96 cm. Gerahmt: 85 x 108 cm.
Provenienz: - Finarte, Mailand, 23. Oktober 2007, Los 517, Schätzpreis: 18.000–20.000 € - Ponte, Mailand, 9. Juni 2009, Los 144, Schätzpreis: 15.000–16.000 €
Zwei elegante Stillleben mit Fischen, Schalentieren und dem Fischfang in schattiger Umgebung vor einem weiten Panorama.
Die Werke zeichnen sich durch ein stimmungsvolles Lichtspiel aus, das auf starken Hell-Dunkel-Kontrasten basiert, sowie durch die detailgetreue, naturalistische Darstellung der verschiedenen Fischarten mit ihren glänzenden, silbrigen Reflexen und der bemerkenswerten Textur.
Diese Gemälde, die deutliche Ähnlichkeiten mit der neapolitanischen Stilllebentradition des späten 17. und frühen 18. Jahrhunderts aufweisen, werden traditionell Elena Recco (Neapel 1654 – Madrid 1715) zugeschrieben, einer der bedeutendsten Malerinnen der neapolitanischen Schule, die für ihre außergewöhnliche Meisterschaft in Fischstillleben berühmt war.
Als Tochter eines Malers – ihr Vater war der gefeierte Meister Giuseppe Recco – entwickelte sie einen einzigartigen persönlichen Stil, der ihre Werke für Kunstexperten leicht erkennbar macht.
Die theatralische Anordnung der Fischszene, die düstere, barock inspirierte Atmosphäre und die leuchtende Darstellung der Oberflächen verweisen auf die Familientradition, in der Elena eine persönliche Bildsprache entwickelte, die in neapolitanischen und römischen Adelssammlungen hoch geschätzt wurde.
Eine genaue Betrachtung der beiden hier präsentierten Werke offenbart alle charakteristischen Merkmale des Stils der Künstlerin: Um die Schuppen farblich darzustellen, verwendet sie typische Blaugrautöne, während die Fischkörper durch einen strukturierten Farbauftrag silbrig-metallisch schimmern.
In ihren Gemälden heben sich die schimmernden Fischschuppen und die Details des Fangs dramatisch von dunklen, stimmungsvollen Hintergründen ab und erzeugen so den für die südenglische Caravagg-Tradition charakteristischen dramatischen Kontrast.
Die Qualität ihrer Arbeit führte 1695 dazu, dass sie vom spanischen König an den Hof von Madrid eingeladen wurde – eine Ehre, die nur etablierten Künstlern vorbehalten war. Dort wirkte sie, erhielt hohe Auszeichnungen und bedeutende Aufträge.
Heute sind ihre Gemälde in renommierten Sammlungen wie dem Puschkin-Museum in Moskau, dem Nationalmuseum in Warschau und im Katalog der Federico-Zeri-Stiftung vertreten.
Ref: D4988I0ZFQ