Untersuchung mit einer ×10-Lupe und unter streifendem Licht einer griechischen bauchigen Lekythos mit schwarzem Glanzton, bemerkenswert durch ihre ausgewogene Form und die homogene Brennung. Kugelig-ovaler Körper, kurzer konischer Hals mit leicht eingezogenem Rand und eine bandförmige Henkel, sorgfältig zwischen Schulter und Rand angesetzt. Die Oberfläche bewahrt die ursprüngliche, seidenmatte schwarze Glasur, durchzogen von leichten antiken Gebrauchsspuren (Mikroabplatzungen, feine Abriebe, winzige Brennblasen) – sichere Merkmale einer authentischen archäologischen Alterung.
Der Körper ist vollständig mit gestempelten Palmetten in regelmäßigen horizontalen Registern dekoriert, mit klaren Reliefs und präziser Symmetrie – Beweis für die sichere Hand eines antiken Werkmeisters. Kein Übermalen, kein Ausfüllen, keine moderne Ergänzung: vollständige museale Integrität.
Technische Merkmale
Objekt: Bauchige Lekythos mit Palmetten
Material: Feiner Ton mit schwarzer Glasur
Kultur: Griechisch
Zeitraum: 5.–4. Jahrhundert v. Chr.
Maße: 105 × 60 mm
Technik: fein gedreht; Reduktionsbrand; Dekor vor dem Brand eingestempelt
Dekor: stilisierte Palmetten in übereinanderliegenden Registern, in den feuchten Ton eingedrückt
Erhaltungszustand: guter Gesamtzustand; altersgemäßer Abrieb an Rand und Boden; stabile Patina; keine sichtbare Restaurierung
Provenienz: Ehemals Galerie George Krimitsos, Paris (1971–1973) → Ehemals Nina Borowski – Archéologie (1974) → Alte europäische Privatsammlung
Echtheit: Echtheitszertifikat liegt bei; Untersuchung mit ×10-Lupe und Streiflicht bestätigt die Übereinstimmung von Glasur, Ablagerungen und Patina
Historischer Kontext
Die bauchige Lekythos gehört zur Gruppe kleiner Ölgefäße der klassischen griechischen Welt. Sie diente sowohl im häuslichen Bereich als auch im religiösen Ritus der Aufbewahrung von wohlriechenden Ölen und Salben, die für Waschungen oder Weihehandlungen verwendet wurden.
Das Palmettenmotiv, ein Leitmotiv der griechischen Keramik, symbolisiert Lebenskraft, Erneuerung und harmonische Ordnung. In den süditalienischen Werkstätten, insbesondere in Apulien, löste dieses ornamentale Muster zunehmend die figürlichen Darstellungen ab und bevorzugte eine dekorative Sprache aus Rhythmus, Symmetrie und Maß, im Einklang mit dem klassischen Ideal der Ausgewogenheit.
Formale und materielle Analyse des Exemplars
Morphologie: gleichmäßig gerundeter Körper, konischer Hals mit sauber ausgearbeitetem Rand, proportionierter Ringfuß; vertikaler Bandhenkel, fest zwischen Hals und Schulter angebracht.
Dekor: Palmetten vor dem Brand eingestempelt, in übereinanderliegenden Registern angeordnet; scharfes Relief, geübte Hand.
Oberfläche: schwarze Glasur mit metallischem Schimmer, stabil und leicht glänzend; Mikroabplatzungen und Abriebe altersgerecht.
Herstellung: präzise Dreharbeit mit feinen Kreislinien unter der Glasur; gleichmäßiger Reduktionsbrand.
Alterung: stabile Patina, keine modernen Eingriffe; feine mineralische Ablagerungen belegen eine antike Bodenlagerung.
Kultureller Wert
Dieses Miniaturgefäß verkörpert die Essenz der klassischen griechischen Keramik – Klarheit der Form, Strenge des Dekors und technische Vollkommenheit. Das gestempelte Palmettenfries, die unversehrte Oberfläche und die dokumentierte Provenienz machen es zu einem sammlungswürdigen Museumsobjekt, von gleichermaßen ästhetischem wie didaktischem Wert. Es veranschaulicht die technische Meisterschaft und das symbolische Vokabular der Produktion des 4. Jahrhunderts v. Chr. und steht als authentisches Zeugnis der hellenischen Sachkultur.
Nachvollziehbarkeit & Garantien
Provenienz: Private Sammlung, bestätigt durch Echtheitszertifikat.
Echtheit: Zertifikat + Gutachten beigelegt.
Verkauf: Spezialisierte numismatische Transaktion innerhalb eines anerkannten Netzwerks, validiert durch führende Experten gemäß den höchsten Standards des Kunstmarktes.
Gesicherter Versand
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