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Porträt des griechischen Philosophen Diogenes mit einer Komposition aus Früchten und Blumen
Werkstatt von Abraham Brueghel (Antwerpen, 1631 – Neapel, 1690)
Öl auf Leinwand, 130 x 94 cm – Gerahmt: 153 x 118 cm
Literaturhinweis: Alberto Cottino, Abraham Brueghel 1631–1697. Ein Meister des Stilllebens zwischen Antwerpen, Rom und Neapel, Etgraphiae, Rom 2022
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Dieses Gemälde von hoher künstlerischer Qualität zeigt einen älteren Mann mit dichtem, grauem Bart in Dreiviertelansicht. Sein Blick ist intensiv und konzentriert, nach links gerichtet.
Mit muskulösen, ausgestreckten Armen greift er nach dem Henkel eines großen, geflochtenen Korbes, der überquillt vor Trauben. Umgeben ist er von einem üppigen und festlichen Obstarrangement, verziert mit floralen und architektonischen Elementen.
Dies ist ein Porträt des griechischen Philosophen Diogenes von Sinope (bekannt als Kyniker). Es spiegelt perfekt die antiken Porträts und Marmorbüsten des großen Denkers wider, die bis heute erhalten geblieben sind: Die klassische Ikonographie zeigt ihn präzise als Mann mit struppigem Bart, ausgeprägter Glatze, nackt und von einem kräftigen, vom Alter gezeichneten Körper.
Der Kontext seiner Darstellung spiegelt ebenfalls perfekt sein philosophisches Denken wider, das Selbstgenügsamkeit und die Rückkehr zum Naturzustand befürwortete und materiellen Besitz und gesellschaftliche Konventionen ablehnte: Aus diesem Grund ist seine Figur auf dem Gemälde halbnackt und inmitten der Früchte der Erde dargestellt, was an den asketischen Lebensstil des Philosophen erinnert.
Ab Mitte des 17. Jahrhunderts verbreitete sich die Mode für diese raffinierten Darstellungen rasch in ganz Italien, insbesondere aber in Rom: Die Figuren waren von mit Blumen oder Früchten geschmückten Kulissen umgeben, was diese Werke äußerst dekorativ und bei den bürgerlichen Mäzenen der Zeit sehr beliebt machte.
Das Werk zeichnet sich in der Tat durch seine spektakuläre Inszenierung aus, aus der in all ihrer Pracht verschiedene Früchte hervortreten: von der gigantischen, dunklen, aufgeschnittenen Wassermelone, die ihr rotes Fruchtfleisch und ihre Kerne offenbart, über die gestreifte Melone, Feigen mit roten Kernen, purpurfarbene Pflaumen und samtige Pfirsiche bis hin zu den zwei großen, reifen, aufgeschnittenen Granatäpfeln, die neben einer monumentalen, verzierten Vase platziert sind, aus der üppige, intensiv rosa Rosen herabfließen.
Es ist ein Gemälde von unmittelbarer Schönheit, das bemerkenswerte malerische Finesse mit einer szenischen Komposition verbindet, die selbst das anspruchsvollste Auge zufriedenstellen dürfte: Ein starker Hell-Dunkel-Kontrast erhellt die Haut des Mannes und die leuchtenden Farben der Früchte und erzeugt so ein für den Barock typisches Gefühl der Fülle.
Der Stil des Werkes, mit seinem geschmeidigen Farbauftrag und seiner brillanten Farbgebung, vereint den typisch nordischen Naturalismus mit dem für das römische Milieu der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts charakteristischen Klassizismus, dem es leicht zugeordnet werden kann.
In der Arbeit von Professor Alberto Cottino findet sich ein dem unseren ähnliches Werk (das sich nur durch geringfügige Abweichungen unterscheidet), das den allgemeinen Titel „Stillleben mit Früchten, Architekturfragment und altem Mann“ trägt und Abraham Brueghel (Antwerpen 1631 – Neapel 1697) in Zusammenarbeit mit Guillaume Cortese zugeschrieben wird (ehemals in Rom, Sammlung Megna, Nr. 1).
Dieses Buch enthält auch eine weitere Version (Öl auf Leinwand, 147 x 117 cm), die am 13. Dezember 2019 bei Cambi in Genua (Los 68) versteigert wurde und ebenfalls der Zusammenarbeit zwischen Abraham Brueghel und Cortese zugeschrieben wird (imm.2 – https://www.cambiaste.com/it/asta-0377/abraham-brueghel-anversa-1631-1697-e-guillaume-187994).
Solche Kooperationen zwischen Stilllebenmalern und Porträtmalern waren im Rom des 17. Jahrhunderts sehr verbreitet, und Brueghel nutzte sie in seinem Werk immer wieder. Man denke nur an Maratti, Baciccio, Brandi und insbesondere an Guillaume Courtois, bekannt als Guglielmo Cortese (Saint-Hippolyte, 1628 – Rom, 1679), mit dem er eine fruchtbare und dauerhafte Partnerschaft einging, aus der wahre Meisterwerke der römischen Barockmalerei hervorgingen.
Darüber hinaus war es im 17. Jahrhundert in den Malerwerkstätten üblich, die Motive ihrer erfolgreichsten Gemälde mehrfach zu reproduzieren, und Brueghel bildete da sicherlich keine Ausnahme.
Angesichts der Qualität des Gemäldes handelt es sich in diesem Fall zweifellos um das Werk eines begabten Schülers aus Brueghels produktiver Werkstatt. Brueghels eigene Beteiligung oder zumindest seine direkte Anleitung können jedoch nicht gänzlich ausgeschlossen werden.
Das Thema der Stillleben mit Blumen und Früchten in Begleitung männlicher Figuren ist in Abraham Brueghels Werkverzeichnis sehr gut vertreten; insbesondere lässt sich zum Vergleich eine Komposition anführen.
Ref: JIQGQ2OUYG