Diese Beschreibung wurde übersetzt. Klicken Sie hier, um das Original zu sehen
Bei eingehender Betrachtung unter Streiflicht und wechselndem Blickwinkel zeigt dieser winzige Skarabäus von 7 × 11 mm alle zu erwartenden Merkmale eines königlichen Amuletts aus glasierter Steatit der Spätzeit, neu zugewiesen dem Pränomen (Thronnamen) Neferkarê des Pharaos Shabaka (XXV. Dynastie).
Es lassen sich folgende Beobachtungen machen:
– Kohärente Abnutzung der Kanten und Reliefs, insbesondere auf dem Rücken des Skarabäus und an den Seiten, mit alten Abrundungen und nicht mit frischen Bruchstellen.
– Reste einer stark ausgedünnten cremefarbenen Glasur oder eines Engobes, in kleinen Partien sichtbar, vor allem auf dem Panzer, mit feinen Mikrorissen und punktförmiger Oberflächenkorrosion – typisch für eine antike Oberfläche, die einer längeren Bodenlagerung und intensiver Handhabung ausgesetzt war.
– Auf der gravierten Basis tief eingeschnittene Hieroglyphen, ausgefüllt mit einem braun-schwarzen Ton (Pigment oder alte Ablagerungen), der in den Vertiefungen besser erhalten ist als auf den Kanten, was ein starker Authentizitätsindikator ist.
– Keine Spuren moderner Formgebung (keine symmetrischen maschinellen Nachbearbeitungen, keine standardisierten Gussgrate): Die Modellierung bleibt leicht asymmetrisch, mit kleinen Unregelmäßigkeiten in der Gravur, die auf handwerkliche Arbeit an einem Objekt sehr kleiner Größe hinweisen.
Im vorliegenden Zustand präsentiert sich das Amulett als authentischer königlicher Skarabäus, in gutem Erhaltungszustand in Anbetracht seiner Größe und seines Alters, vollständig vereinbar mit einer Produktion der Dritten Zwischenzeit, XXV. Dynastie, Regierungszeit des Shabaka (713–698 v. Chr.).
Merkmale
Objekt: Königlicher Skarabäus mit dem Pränomen Neferkarê (Pharao Shabaka)
Material: Fein gearbeitete Steatit, ehemals glasiert / engobiert
Kultur: Ägyptisch
Periode: Dritte Zwischenzeit, XXV. Dynastie, ca. 713–698 v. Chr.
Maße: ca. 7 mm × 11 mm
Erhaltungszustand: Gut; Gebrauchsspuren, leichte Abrasionen, kleine Glasurverluste, jedoch perfekt lesbare Inschrift und gut erhaltene Skarabäusform.
Provenienz: Ehemalige Museumsausstellung der Arbeitsgruppe für Biblische Archäologie, Deutschland (Museumsdeakzession).
Beigefügte Dokumente:
– Echtheitszertifikat
– Provenienzdokument aus der Museumsausstellung (Deakzession)
– Ausfuhrgenehmigung für den Export außerhalb der Europäischen Union, falls erforderlich.
Historischer Kontext
Der Skarabäus gehört zur Gruppe der königlichen Amulette mit Krönungsnamen, die seit dem Neuen Reich weit verbreitet waren und auch unter der kuschitischen XXV. Dynastie weiterhin produziert wurden. Shabaka, ein nubischer Herrscher, regierte über ein geeintes Ägypten um 713–698 v. Chr. und nahm den Pränomen Neferkarê („Vollkommen ist das Ka des Re“) an. Damit griff er bewusst einen sehr alten Namen auf, der bereits von König Pepi II. der VI. Dynastie getragen worden war, um sich in die Kontinuität der prestigeträchtigsten pharaonischen Tradition zu stellen.
Der Skarabäus, Bild des Gottes Chepri, verkörpert die wiedergeborene Sonne, zyklische Bewegung und Regeneration. Die Verbindung des königlichen Namens mit diesem amuletischen Träger diente der Sakralisierung der Macht und brachte zum Ausdruck, dass der König sich – wie die Sonne – täglich erneuert und die kosmische Ordnung garantiert. Diese winzigen Objekte zirkulierten im gesamten Reich: Sie wurden um den Hals getragen, in Ringe gefasst, in Textilien eingenäht oder in Votivdepots integriert. Sie erfüllten zugleich magische, politische und administrative Funktionen (als Siegel).
Unter der XXV. Dynastie intensivierten die kuschitischen Herrscher die Verwendung solcher Skarabäen mit königlichem Namen, parallel zu einer bewussten Politik der Wiederherstellung traditioneller Kulte und großer Heiligtümer. Das Vorkommen von Neferkarê-/Shabaka-Skarabäen an verschiedenen ägyptischen und levantinischen Fundorten belegt die reale Ausstrahlung seiner Autorität weit über das Niltal hinaus.
Formale und materielle Analyse des Exemplars
1. Morphologie des Skarabäus (Rückseite)
Bei vergrößerter Betrachtung:
– Die Kontur ist langoval, leicht unregelmäßig, mit einer dezenten Abflachung auf einer Seite, vermutlich das Ergebnis von Abnutzung oder der ursprünglichen Bearbeitung.
– Der Kopf ist klar ausgebildet, jedoch durch Abnutzung gemildert; Clypeus und die Trennung vom Prothorax sind noch erkennbar.
– Die Elytren sind durch eine mittlere Furche markiert, die heute abgeschliffen ist. Die seitlichen Segmentierungslinien sind noch wahrnehmbar, jedoch durch Reibung leicht abgeschwächt.
– Reste einer hellen, creme- bis weißlichen Oberflächenbeschichtung erscheinen fleckenweise auf dem Rücken: Rückstände einer Glasur oder eines Oberflächenengobes, rissig, mit winzigen Randverlusten. Dieses Wechselspiel zwischen dem rotbraunen Grundton der Steatit und den hellen Partien verleiht dem Objekt eine lebendige Patina, die von langer Nutzung zeugt.
2. Gravierte Basis (Unterseite)
Die flache Unterseite trägt die Inschrift:
– Drei Haupt-Hieroglyphenzeichen, kompakt angeordnet: Sonnenscheibe, vertikale Elemente und ein gebogenes Basiszeichen, entsprechend einer verkürzten Wiedergabe des Pränomens Neferkarê.
– Die gravierte Linie ist für ein Objekt dieser Größe fest und relativ tief, mit V-förmigem Profil; unter Vergrößerung zeigen sich leichte Zittrigkeiten und Variationen der Linienbreite, die auf eine manuelle Gravur mit Punze und nicht auf eine gleichmäßige Stempelung hinweisen.
– Die Vertiefungen sind mit einem braun-schwarzen Ton gefüllt, einer Mischung aus Ablagerung und altem Pigment: Dieser hat sich in der Tiefe erhalten, ist jedoch an den oberen Kanten aufgehellt, was mit einer sanften alten Reinigung und langer Nutzung übereinstimmt.
– Der ovale Rand weist kleine alte Absplitterungen auf: Die silikatische Steatit wirkt verdichtet, ohne frische Bruchkanten, was für eine jahrhundertelange Alterung spricht.
3. Patina, Mikroveränderungen und Gebrauchsspuren
Die Gesamtpatina ist matt, rotbraun und stellenweise ins Orange spielend, gesprenkelt mit winzigen helleren Flecken (Mineralien, Konkretionen).
Einige oberflächliche Mikrorisse verlaufen über den Panzer, durchdringen jedoch nicht die Masse; sie sind wahrscheinlich auf Feuchtigkeits- und Temperaturschwankungen zurückzuführen.
Auf den Fotografien sind keine Spuren von Klebstoff, umfangreichen modernen Restaurierungen oder künstlichen Füllungen erkennbar: Das Material erscheint homogen.
Angesichts der geringen Größe (11 mm) ist der Erhaltungszustand der Gravur außergewöhnlich gut lesbar, was diesen Skarabäus zu einem qualitativ hochwertigen Exemplar macht.
Kultureller und ästhetischer Wert
Historischer Wert: Der Skarabäus trägt den Krönungsnamen eines klar identifizierten Pharaos, Shabaka, einer Schlüsselfigur der kuschitischen XXV. Dynastie. Er verkörpert einen der seltenen Momente, in denen nubische Macht das klassische ägyptische Erbe beansprucht und neu interpretiert.
Ikonographischer Wert: Er vereint zwei zentrale Symbolsysteme: den Skarabäus des Chepri (solare Wiedergeburt) und die königliche Titulatur (dynastische Legitimität). Diese Verbindung verleiht dem Amulett trotz seiner winzigen Größe eine außergewöhnliche theologische und politische Dichte.
Ästhetischer Wert: Die Kombination aus dem warmen rotbraunen Ton der Steatit, den hellen Akzenten der alten Glasur und der dunklen grafischen Wirkung der Hieroglyphen schafft ein äußerst wirkungsvolles Miniaturobjekt, besonders elegant als Schmuck oder auf neutralem Sockel präsentiert.
Seltenheitswert: Skarabäen mit dem Namen Neferkarê-Shabaka sind bekannt, doch Exemplare mit dokumentierter musealer Provenienz und in einem derart gut lesbaren Zustand sind auf dem Markt selten.
Nachverfolgbarkeit und Garantien
Provenienz: Museumsausstellung der Arbeitsgruppe für Biblische Archäologie, Deutschland (Deakzession). Der Austritt aus einem strukturierten musealen Kontext stellt eine ernsthafte Garantie früherer Kontrolle (Authentizität, legale Herkunft) dar.
Echtheitszertifikat: Ausgestellt auf den Namen des aktuellen Verkäufers, unter Angabe der musealen Provenienz und der technischen Merkmale des Objekts.
Export: Für Käufer außerhalb der Europäischen Union ist eine Ausfuhrgenehmigung zu beantragen. Die angemessene administrative Bearbeitungszeit beträgt in der Regel 6 Wochen bis 3 Monate, um den zuständigen Behörden die Prüfung der Unterlagen (Fotos, Provenienz, Objektart) zu ermöglichen, bevor die Ausfuhr genehmigt wird.
Gutachten
Authentizität: Sehr wahrscheinlich, angesichts der stilistischen Kohärenz, der Abnutzung, der Patina und der musealen Provenienz.
Datierung: Dritte Zwischenzeit, XXV. Dynastie, Regierungszeit des Shabaka (713–698 v. Chr.), vereinbar mit der Titulatur Neferkarê.
Erhaltungszustand: Gut; normale Abnutzung, gut lesbare Gravur, keine schweren Restaurierungen sichtbar.
Bedeutung: Amulett von hohem historischem, königlichem und symbolischem Interesse, ideal für eine Sammlung ägyptischer Glyptik, königlicher Skarabäen oder für ein auf bedeutungstragende Kleinobjekte spezialisiertes Kuriositätenkabinett.
Detailliertes Gutachten
Die Untersuchung dieses Skarabäus bestätigt seine Zugehörigkeit zu der gut dokumentierten Serie königlicher Skarabäen des Shabaka, bei denen der Pränomen Neferkarê in wenigen charakteristischen Hieroglyphenzeichen abgekürzt ist, dicht in einem kleinen Oval angeordnet. Der Gravurstil – relativ hohe Zeichen, fester und nüchterner Strich, ohne überflüssige dekorative Füllungen – entspricht den späten Produktionen der Dritten Zwischenzeit und unterscheidet sich sowohl von den massiven Skarabäen des Neuen Reiches als auch von den schematischeren Amuletten der Spätzeit.
Die Steatit, ein weiches und feinkörniges Gestein, wurde hier sorgfältig in Skarabäusform gearbeitet und anschließend mit einer hellen Beschichtung überzogen, die heute nur noch teilweise erhalten ist. Die Art der Alterung dieser Beschichtung (progressive Ausdünnung, Mattigkeit, Mikroabplatzungen) entspricht keiner modernen künstlichen Patinierung, sondern einer Oberfläche, die über Jahrhunderte Reibung und wechselnden Bodenbedingungen ausgesetzt war. Die kleinen Konkretionen in den Vertiefungen sowie das Fehlen moderner Rückstände (kein Lack, kein glänzendes Wachs) stützen diese Interpretation.
Funktional betrachtet deutet die Größe (7 × 11 mm) stark auf ein persönliches Amulett hin, möglicherweise in einen Ring gefasst oder als Anhänger getragen. Der sorgfältig gearbeitete Rücken, ohne übermäßige Detailfülle, zeigt, dass das Objekt zum Sehen und Berühren bestimmt war, nicht nur als reines Gebrauchssiegel. Die gravierte Basis hingegen ist voll funktionsfähig als Siegelfläche und erlaubte es dem Träger, ein Papyrusdokument, ein Gefäß oder ein Kästchen mit dem symbolischen Namen des Königs zu versiegeln und sich so einen Teil seines Schutzes anzueignen.
Die Verbindung mit dem kuschitischen Herrscher Shabaka ist historisch besonders bedeutsam: Durch die Wiederaufnahme des Pränomens Neferkarê stellte er sich bewusst in die Nachfolge der alten memphitischen Könige und versuchte, die Erinnerung an das Alte Reich neu zu beleben – ganz im Einklang mit der allgemeinen Politik religiöser Restaurierung der XXV. Dynastie. Heute einen Skarabäus mit diesem Namen zu besitzen, der aus einer ehemaligen Museumsausstellung stammt, bedeutet, ein greifbares Fragment dieser Legitimationsstrategie zu halten, verdichtet in einem Objekt von nur wenigen Millimetern Größe.
Zusammenfassend vereint dieser königliche Skarabäus des Neferkarê (Shabaka) aus Steatit und musealer Provenienz die wesentlichen Kriterien, die anspruchsvolle Sammler suchen: hohe Authentizitätswahrscheinlichkeit, klare königliche Zuschreibung, gut lesbarer Erhaltungszustand, überzeugende Patina und solide Nachverfolgbarkeit – womit er ein Referenzstück im Bereich ägyptischer Amulette der Dritten Zwischenzeit darstellt.
Ref: 3HC1JESHSD